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Schuljahresanfangsgottesdienst der Anna-Pröll-Mittelschule GersthofenGemeinsam sind wir ein starkes Team
Ein chaotischer Sportunterricht, ein überforderter Schiedsrichter und jede Menge Durcheinander: Gleich zu Beginn des Schuljahres zeigte die Theaterklasse der Anna-Pröll-Mittelschule in einem unterhaltsamen Anspiel, was passiert, wenn niemand Regeln beachtet. Beim Fußball wurde gerufen, diskutiert und durcheinandergerannt – keiner hörte auf den Schiedsrichter. Schnell wurde klar: So macht Spielen keinen Spaß.
Doch Regeln gibt es nicht nur auf dem Sportplatz. Sie helfen auch dabei, dass das Zusammenleben in einer Schule und in einer Gemeinschaft funktioniert. Genau darum ging es beim diesjährigen Schuljahresanfangsgottesdienst der Anna-Pröll-Mittelschule.
Aus evangelischer, katholischer und islamischer Perspektive wurde die Frage aufgegriffen, was ein gutes Miteinander ausmacht. Im Mittelpunkt stand dabei die goldene Regel: Behandle andere so, wie du selbst von ihnen behandelt werden möchtest. Jesus fordert damit zu Rücksicht und Nächstenliebe auf. Wer sich daran hält, macht das Leben für andere – und letztlich auch für sich selbst – leichter.
Der Islam betont den respektvollen Umgang miteinander. In einem Beitrag wurde ein Ausspruch des Propheten Mohammed aufgegriffen: Wirklicher Glaube zeigt sich nicht allein in Worten, sondern auch darin, was ein Mensch anderen wünscht und wie er mit ihnen umgeht. Respekt, Rücksichtnahme und ein offenes Herz seien die Grundlage dafür, dass eine Gemeinschaft zu einem Ort wird, an dem sich jeder gesehen, geschätzt und sicher fühlen kann.
Das Bild einer Fußballmannschaft griff auch der katholische Beitrag auf. Unter dem Gedanken des Apostels Paulus „Einer trage des anderen Last“ wurde deutlich: Eine Mannschaft kann nur funktionieren, wenn ihre Mitglieder füreinander einstehen. Im Spiel unterstützt man den Mitspieler, hilft dabei, einen Fehler auszubügeln und kämpft gemeinsam gegen die gegnerische Mannschaft.
Übertragen auf die Schulgemeinschaft bedeutet das: Jeder kann einmal einen schlechten Tag haben. Vielleicht gibt es zu Hause Stress, eine schlechte Note oder einfach einen Moment, in dem einem alles zu viel wird. Dann ist es wichtig zu wissen, dass man nicht allein ist – und dass es Menschen gibt, auf die man sich verlassen kann.
Ein weiterer Gedanke zog sich durch den Gottesdienst: Jeder Mensch kann etwas anderes. Eine Fußballmannschaft, die nur aus Stürmern besteht, würde nicht funktionieren. Erst die unterschiedlichen Fähigkeiten machen ein gutes Team aus. Auch in einer Schule ist diese Vielfalt wertvoll. Jeder und jede kann sich mit den eigenen Stärken einbringen und damit dazu beitragen, dass es allen gut geht.
So wurde aus dem Fußballspiel am Anfang ein Bild für die gesamte Schulgemeinschaft: Eine starke Mannschaft funktioniert nur, wenn jeder Einzelne Verantwortung übernimmt, auf andere achtet und respektvoll miteinander umgeht – in Worten ebenso wie in Taten.
Zum Abschluss wurde gemeinsam gebetet. Im Vaterunser und in einem islamischen Gebet wurden Wünsche für das neue Schuljahr formuliert: für Freude am Lernen, für Frieden, Respekt und ein gutes Miteinander. Der Wunsch, dass Gott beziehungsweise Allah die Schülerinnen und Schüler auf ihren Wegen begleiten möge, verband dabei die unterschiedlichen religiösen Beiträge.
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von der Lehrerband mit „I’m a Believer“, „My Sweet Lord“ und „Ein Hoch auf uns“.
Mit einem Gedanken gingen die Schülerinnen und Schüler schließlich in das neue Schuljahr: Wir sind unterschiedlich – aber wir gehören zusammen. Und wir können uns aufeinander verlassen. Denn wie beim Fußball gilt auch im Schulalltag: Es funktioniert dann am besten, wenn alle mitspielen, Regeln beachten und aufeinander achten.
Text und Bilder: Melina Drüssler, Lin APMSG